Museumslandschaft Hessen Kassel

   
Katalog der nachantiken Kameen



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Cupido mit Bogen und Köcher

Inv.-Nr. B XVI. Tab. B-VI-1
Künstler
Christoph Labhart (1644-1695)
Ort
Kassel
Datierung
um 1680
Steinschnittart
Kamee
Material
Karneolachat
Materialbeschreibung
dunkelrot, teilweise grau geädert, an manchen Stellen transluzid;

rundum starke Politur; Vorderseite leicht konvex, Rückseite entsprechend konkav eingezogen; Rand abgerundet, zur Rückseite hin abgeschrägt
Form
Hochoval
Maße
6,34 x 5 x 1,14 cm
Beschriftung
rückseitig Aufkleber (Typ B): "IV I"
rückseitig Aufkleber (Typ D): "B VI 1"
Provenienz
1730 wohl Nachlaß Landgraf Karl
Zustand
ohne Beschädigung
K90095  Bild1
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Beschreibung und Einordnung
Cupido steht nach rechts, mit angewinkelten Knien, auf einem Grasstreifen. In seiner linken Hand hält er einen vertikal ausgerichteten Bogen. Die Rechte greift vor dem Oberkörper zur rechten Seite, der Kopf ist nach links gewandt. Der kindliche Körper ist sehr plastisch herausgearbeitet, links davon in flach schematisiertem Relief die Flügel und der Köcher des Cupido. Vom oberen Rand her eine konkav eingewölbte Sonne mit langen Strahlen, die auf den Putto scheinen.
Dieser prächtige Cupido-Kameo wird von Meyer ausführlich besprochen (Meyer 1973, S. 122f.) und dem Hofsteinschneider Christoph Labhart zugeschrieben. Die Zuschreibung erfolgt aufgrund stilistischer Indizien, der Hinweis darauf kam von Hallo (Hallo 1927/2 (1983), S. 181), der erwähnt, daß Völkel 1805 eine heute verlorene Cabinettsrechnung einsehen konnte mit einer Mitteilung, daß Christoph Labhart im Jahre 1680 für einen in Chalcedon geschnittenen Cupido 20 Rtlr. erhielt. Meyer stellte fest, daß in der Kasseler Sammlung drei Kameen mit diesem Thema existieren, von denen diese die qualitätvollste ist. Meyer vergleicht Details mit der durch Signatur gesicherten und in das Jahr 1680 datierten Bergkristallschale in Schloß Rosenborg in Kopenhagen (Meyer 1973, S. 78ff., Nr. A-1) und stellt stilistische Übereinstimmungen in der Eigenart der Ritzung und der Augenbildung fest.
Als drittes Stück nennt Meyer "einen kleinen ganz unbedeutenden stehenden Cupido auf einem Karneol" (Meyer 1973, S. 123), er meint B XVI. Tab. B-VII-60, übersieht dabei aber B XVI. Tab. B-VII-47, einen Cupido-Kameo mit derselben Darstellung wie B XVI. Tab. B-VI-12.

Stand: April 2006

Quellen
Inventar Völkel 1791, Tab. XXIII. 1: "Cupido mit Bogen und Köcher. Achat."
Inventar Pinder 1873 (B XVI), B. Tab. VI. 1: "Cupido mit Bogen und Köcher. Achat."
Inventar Pinder 1882-1897 (B V), Tab. IV. 1: "Cupido mit Bogen und Köcher. Achat. [Vorgängerinventar] VI 1."

Literatur
Hallo 1927/2 (1983), S. 181; Meyer 1973, S. 122f., Nr. G-3, Taf. 16,3 u. Anm. 211 u. S. 78ff., Nr. A-1; Schmidberger 1986, S. 45 u. S. 47, Abb. 11



Es wird empfohlen, für den Online-Katalog der nachantiken Kameen folgende Zitierweise zu verwenden:
Heidi Schnackenburg-Praël, [entsprechende Inv.-Nr. bzw. Einleitungstext], in: Bestandskatalog der nachantiken Kameen in der Sammlung Angewandte Kunst der Staatlichen Museen Kassel, hrsg. von Michael Eissenhauer, bearb. von Heidi Schnackenburg-Praël, Online-Kataloge der Staatlichen Museen Kassel, Kassel 2006, <http://www.museum-kassel.de [Datum des Besuchs der Website]>

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