Museumslandschaft Hessen Kassel

   
Katalog der nachantiken Kameen



  Nachantike Kameen>> Tablar III >> B XVI. Tab. B-III-17




1. Tablar I

2. Tablar II

3. Tablar III

4. Tablar IV

5. Tablar V

6. Tablar VI

7. Tablar VII

 

 

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 B XVI. Tab. B-III-17 Bild
LupeDetailansicht

<<_zurück     17/36   weiter_>>

[Druckansicht]


Weibliches Brustbild

Inv.-Nr. B XVI. Tab. B-III-17
Künstler
unbekannt
Ort
Italien
Datierung
Ende 16. Jh.
Steinschnittart
Kamee
Material
Chalcedonachat bzw. mehrschichtiger Bandachat
Materialbeschreibung
weißes Relief, darunter dünne Streifung alternierend in transluzidem Grau und Weiß; Grundfläche transluzid

Relief schwache Politur, Grundfläche und Rückseite starke Politur
Form
Hochoval
Maße
2,96 x 1,91 x 0,91 cm
Beschriftung
rückseitig Aufkleber (Typ E): "I 17"
Provenienz
1753 Kunsthaus
Zustand
oben kleinere muschelförmige Fehlstellen am Rand, feiner Riß diagonal über den Oberarm
K90316  Bild1
LupeDetailansicht



Beschreibung und Einordnung
Die qualitätvolle Kamee zeigt ein weibliches Brudtbild in Vorderansicht in reich gefälteltem Gewand. Der Kopf ist leicht nach oben gerichtet. Das Haar ist in kleinen Locken gleichmäßig aufgebauscht, in der Mitte über der Stirn befindet sich eine kleine Blüte. Im Nacken sind die Haare zusammengefaßt, um dann als breiter Haarstrang auf ihrer rechten Seite nach vorne zu fallen. Ihr linker bekleideter Arm begrenzt die Gestalt oval nach unten, die linke Hand greift nach oben in das über die Schulter herabfallende Haar.
Völkel bezeichnet die Dargestellte im Inventar als Domitia. Pinder spricht lediglich von "angeblich Domitia". Zur Klärung der Identifikation und Verwandtschaft siehe die ausführlichere Besprechung bei der Kamee B XVI. Tab. B-III-16.
Eine Wiener Kamee (Eichler/Kris 1927, Nr. 281) des 16. Jahrhunderts zeigt denselben Frauentyp mit dem Motiv des kontrapostisch in das herabfallende Haar greifenden Armes. Eichler und Kris erwähnen, daß dieses Motiv des übergreifenden Armes im 17. Jahrhundert häufig kopiert wurde und zitiert dazu eine weitere Wiener Kamee (Eichler/Kris 1927, Nr. 429).
Auffällig ist bei diesem "Domitia-Typus" die aufgebauschte Lockenpartie über der Stirn, die reiche Fältelung des Gewandes und der mehrfach geschichtete Stein, dessen Schichtung eher unauffällig im verdeckten Hauptbereich verwendet wird.

Stand: April 2006

Quellen
Inventar Völkel 1791, Tab. I. 17: "Eben dieselbe (Domitia). Brustbild."
Inventar Pinder 1873 (B XVI), B. Tab. B. III. 17: "Angeblich dieselbe (vielleicht Domitia). Bandachat."
Inventar Pinder 1882-1897 (B V), Tab. I. 17: "Domitia? Band-Achat."

Literatur
unpubliziert

Vergleich
Eichler/Kris 1927, Nr. 281, Taf. 39, Nr. 429, Taf. 69


Es wird empfohlen, für den Online-Katalog der nachantiken Kameen folgende Zitierweise zu verwenden:
Heidi Schnackenburg-Praël, [entsprechende Inv.-Nr. bzw. Einleitungstext], in: Bestandskatalog der nachantiken Kameen in der Sammlung Angewandte Kunst der Staatlichen Museen Kassel, hrsg. von Michael Eissenhauer, bearb. von Heidi Schnackenburg-Praël, Online-Kataloge der Staatlichen Museen Kassel, Kassel 2006, <http://www.museum-kassel.de [Datum des Besuchs der Website]>

[ Quellen- und Literaturliste ] [ Zitierweise] [ Impressum]