Museumslandschaft Hessen Kassel

   
Katalog der nachantiken Kameen



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Maria Amalia Landgräfin von Hessen-Kassel (1653-1711)

Inv.-Nr. B XVI. Tab. B-V-23
Künstler
Christoph Labhart (1644-1695)
Ort
Kassel
Datierung
um 1690 (?)
Steinschnittart
Kamee
Material
Sardonyx
Materialbeschreibung
zweischichtig: Reliefdarstellung in Dunkelbraun, auf weißem Grund; Schleife und Nackenhaarrolle aus dem hellbraunen Übergangston zwischen Grund und dunkelbrauner Schicht

Bildseite poliert, Inkarnat matt; Rückseite und der gerade Randstreifen matt
Form
Hochoval
Maße
2,74 x 2,41 x 0,52 cm
Provenienz
1730 wohl Nachlaß Landgraf Karl
Zustand
ohne Beschädigung
K90249  Bild1
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Beschreibung und Einordnung
Im Brustbild dargestellt ist sicherlich Landgräfin Maria Amalia, deren Heirat mit Landgraf Karl 1673 stattfand. Sie ist ins Profil nach links gesetzt, mit leicht vorspringender Nase und weich-fülligem Kinn. Der Blick erhält durch die angebohrte Pupille eine Richtung. Im Ohr eine runde Perle. Die Haare sind nach hinten geschlungen, darüber ein geflochtener Zopf, der am Hinterkopf in einer lockeren Schleife endet. Auf den Rücken fällt eine lang gedrehte und abstehende Locke, eine ähnliche fällt nach vorne zur Brust und setzt sich schematisch in den Falten des Gewandstücks fort.
Meyer erwähnt bei der Besprechung dieser Kamee (Meyer 1973, Nr. E-3), daß der Kopftypus dem der Minerva auf der Bergkristallschale in Kopenhagen (Meyer 1973, Nr. A-1, Detailaufnahme Taf. 4,5) ähnelt, daß Nase, Auge, Mund und Kinn technisch und formal gleich gebildet sind. Außerdem vergleicht Meyer die welligen Haarschnitte mit denen eines Frauenkopfs auf der Bergkristallschale (Meyer 1973, Nr. A-1, Detailaufnahme Taf. 4,2 rechts). Dieser Kopf weist auch eine verwandte Frisur mit der Zopfbildung und der kleinen Schleife im Haar auf. Aufgrund der Bergkristallschale in Schloß Rosenborg in Kopenhagen, die von Christoph Labhart signiert und datiert ist ("C. Labert fecit Cassel 1689"), schreibt Meyer ihm auch diesen Steinschnitt zu.
Meyers Zuschreibung wird noch erhärtet durch die Verwandtschaft mit dem ebenfalls mit dem Monogramm "C L" versehenen Steinschnitt " B XVI. Tab. B-VII-51. Bei dem hier besprochenen Steinschnitt fällt in ähnlicher Weise wie bei dem "C LABERT" signierten Kameo mit dem Bildnis Wilhelms III. von Oranien, König von England (B XVI. Tab. B-V-28), die starke Politur der Haare, des Gewandstücks und des Perlohrrings auf, und man assoziiert die Stelle bei Hallo (Hallo 1927 (1983), S. 210, Anm. 9): "Daß Edelsteinschneider Labert seinen polyrten Steinen durch Bestreichen mit silberhaltigem Aquafort Ansehnlichkeit verschaffte, bringt 1717 der Münzprobierer (?) Carl Meyer zur Anzeige (Akten Natural-Museum)." Dabei muß es sich aufgrund des Datums um den nachgeborenen Sohn Labhart handeln, da Christoph Labhart bereits 1695 verstarb. Die Frage der Zuschreibung an den Vater oder den Sohn muß gestellt werden, da die Signatur "C L" ebenso von dem Sohn verwendet worden sein könnte.
Zur Dargestellten schreibt Meyer (Meyer 1973, Nr. E-3), daß das Porträt nicht benennbar sei. Sicherlich ist aber Landgräfin Maria Amalia als junge Frau dargestellt, möglich wäre eine posthume Idealisierung.

Stand: November 2006

Quellen
Inventar Völkel 1791, Tab. XXII. 23: "Eine schöne Büste aus der neuern Zeit. Achatonyx."
Inventar Pinder 1873 (B XVI), B. Tab. V. 23: "Weiblicher Kopf. Achatonyx. [Vorgängerinventar] XXII 23."
Inventar Pinder 1882-1897 (B V), Tabl. III. 22: "Weiblicher Kopf. Achat-Onyx. [Vorgängerinventar] V 23."

Literatur
Meyer 1973, S. 110f., Nr. E-3, Taf. 14,3

Vergleich
Hallo 1927 (1983), S. 210, Anm. 9


Es wird empfohlen, für den Online-Katalog der nachantiken Kameen folgende Zitierweise zu verwenden:
Heidi Schnackenburg-Praël, [entsprechende Inv.-Nr. bzw. Einleitungstext], in: Bestandskatalog der nachantiken Kameen in der Sammlung Angewandte Kunst der Staatlichen Museen Kassel, hrsg. von Michael Eissenhauer, bearb. von Heidi Schnackenburg-Praël, Online-Kataloge der Staatlichen Museen Kassel, Kassel 2006, <http://www.museum-kassel.de [Datum des Besuchs der Website]>

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