Museumslandschaft Hessen Kassel

   
Katalog der nachantiken Kameen



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Doppelseitig: Julius Caesar (römischer Imperator 100-44 v. Chr.) / Merkur

Inv.-Nr. B XVI. Tab. B-III-4
Künstler
unbekannt
Ort
Italien
Datierung
Anfang 17. Jh. (?)
Steinschnittart
Kamee und Intaglio
Material
Heliotrop
Materialbeschreibung
dunkelgrün mit dunkelrot-braunen wolkigen Einschlüssen

Vorder- und Rückseite poliert, in den Tiefen der Rückseite stärker poliert
Form
Hochoval
Maße
3,21 x 2,37 x 0,54 cm
Provenienz
1753 Kunsthaus
Zustand
gut erhalten bis auf leichte Randabreibungen
K90195  Bild1
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K90194  Bild2
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Beschreibung und Einordnung
Doppelseitig geschnittener Stein. Der insgesamt flach geschnittene Heliotrop mit rot-braunen Einschlüssen ist relativ dunkel, weshalb die Darstellungen schwer erkennbar sind.
Auf der Vorderseite in Relieftechnnik: Brustbild des Gaius Julius Caesar (100-44 v. Chr.), nach rechts ins Profil gewendet, mit Lorbeerkranz und Toga. Über dem Haupt ein Stern (das Sidus Julium) und hinter dem Kopf ein Lituus eingraviert.
Im Martin-von-Wagner-Museum der Universität Würzburg (Zwierlein-Diehl 1986, Nr. 930) befindet sich eine Glaspaste mit einer ähnlichen Profilbüste Caesars als Abdruck einer originalen Edelsteingemme. Bei Reinach (Reinach 1895, Taf. 109, I, 3) ist ein Onyx mit demselben Caesar-Typus aus dem 16. Jahrhundert abgebildet. Dalton (Dalton 1915, Nr. 1036) erwähnt bei einem verwandten Caesar-Intaglio des 17. Jahrhunderts, daß es sich bei dieser Darstellung um einen häufig verwendeten Typus im 16. und 17. Jahrhundert handelt. Das Sidus Julium vor der Stirn ist auf den Silbermünzen Caesars erst nach seinem Tod zu finden und ist als Zeichen für dessen Vergöttlichung zu interpretieren.
Auf der Rückseite im Tiefschnitt: Der unbekleidete Merkur hält in seiner Linken einen Geldbeutel über einen Altar, in seiner Rechten das Kerykeion, auf dem Kopf trägt er den Flügelhut. Hinter ihm steht ein Hahn. Die Darstellung insgesamt auf einer Bodenleiste.
Die Merkur-Seite wirkt etwas trocken und manieriert und weist stilistisch in das frühe 17. Jahrhundert. Merkur war der römische Schutzgott der Kaufleute und des Handels. Auffällig sind der tänzelnde Stand des Merkur und der hochgezogene Flügelhut. Der Stab war ursprünglich ein Zauberstab, ehe er als 'Heroldsstab' aufgefaßt wurde. Am Kerykeion ist zwischen den beiden Schlangen, die sich um den Heroldsstab ringeln, ein Stern. Die Flügelschuhe als Attribut fehlen erstaunlicherweise bei dieser Darstellung.
Beide Darstellungen gehen auf ein antikes Urbild zurück. Wieweit die Kombination von Caesar auf der Kameenseite und Merkur auf der Intaglienseite auf antiker Überlieferung beruht, müßte überprüft werden. Doppelseitige Gemmen sind relativ selten.
Die Bedeutung dieses Stücks wohl italienischer Provenienz zeigt sich auch in der ausführlichen Beschreibung im Steininventar von Völkel.

Stand: April 2006

Quellen
Inventar Völkel 1791, Tab. I. 4: "Julius Caesar. Jaspis. grüner mit rothen Puncten (Heliotrop) vor der Stirn das sidus Julium, hinter dem Kopf der lituus. Auf der Kehrseite ist ein stehender Mercur einwärts geschnitten. In der Linken hält er den Geldbeutel, in der rechten den Schlangen Stab. Hinter ihm steht der Hahn, vor ihm ein Altar."
Inventar Pinder 1873 (B XVI), B. Tab. III. 4: "Porträtkopf. Soll vielleicht Julius Cäsar sein - mit Stern über dem Haupte, dahinter ein Lituus. Auf der Rückseite Intaglio - Hermes. Grüner Jaspis mit roth."
Inventar Pinder 1882-1897 (B V), Tab. I. 4: "Porträtkopf, soll vielleicht Julius Caesar sein, mit Stern über dem Haupte, dahinter ein Lituus. Auf der Rückseite: Intaglio: Hermes."

Literatur
unpubliziert

Vergleich
Taf. 163"


Es wird empfohlen, für den Online-Katalog der nachantiken Kameen folgende Zitierweise zu verwenden:
Heidi Schnackenburg-Praël, [entsprechende Inv.-Nr. bzw. Einleitungstext], in: Bestandskatalog der nachantiken Kameen in der Sammlung Angewandte Kunst der Staatlichen Museen Kassel, hrsg. von Michael Eissenhauer, bearb. von Heidi Schnackenburg-Praël, Online-Kataloge der Staatlichen Museen Kassel, Kassel 2006, <http://www.museum-kassel.de [Datum des Besuchs der Website]>

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