Museumslandschaft Hessen Kassel

   
Katalog der nachantiken Kameen



  Nachantike Kameen>> Tablar VI >> B XVI. Tab. B-VI-35




1. Tablar I

2. Tablar II

3. Tablar III

4. Tablar IV

5. Tablar V

6. Tablar VI

7. Tablar VII

 

 

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 B XVI. Tab. B-VI-35 Bild
LupeDetailansicht

<<_zurück     35/49   weiter_>>

[Druckansicht]


Weibliche Büste

Inv.-Nr. B XVI. Tab. B-VI-35
Künstler
unbekannt
Ort
unbestimmt
Datierung
Ende 16. Jh.; Fassung: wohl zeitgleich
Steinschnittart
Miniaturbüste
Material
Hyazinth (heute: Hessonit)
Materialbeschreibung
transluzides Honigorange

Bildseite poliert, Kopf und Körper zweiteilig
Form
silhouettierte Büste
Fassung
Silber; in Kastenfassung eingelassen, der Büstensilhouette folgend; auf der Rückseite ein vorstehendes Schräubchen
Maße
3,07 x 2,35 x 0,9 cm mit Fassung
Provenienz
1730 wohl Nachlaß Landgraf Karl
Zustand
im unteren Teil zwischen den Brüsten vertikaler Bruch in zwei Hälften; Kopf- und Büstenseparierung wohl original
K90122  Bild1
LupeDetailansicht



Beschreibung und Einordnung
Die silhouettierte Büste ohne Gewand und Haare ist durch die ausgeprägten Brüste als weibliche Gestalt ausgewiesen. Der Schnitt der Kamee ist relativ grob und einfach.
Die Halbbüste ist in eine Kastenfassung eingelassen und weist auf der Rückseite eine Schraube auf. Dies könnte als Hinweis für eine geplante Befestigung an einem Objekt interpretiert werden.
Als ursprüngliche Verwendung denkt man jedoch an eine Vorbereitung für ein Commesso-Ensemble, ähnlich wie bei der Büste B XVI. Tab. B-VI-29. Vorstellbar wäre eine Dekoration durch Gold, Silber oder Email in Form von Kopfputz wie bei einem Kopf aus der Eremitage (AK Paris 2000, Nr. 86/36). Solche Exemplare waren in Italien oder Spanien um 1600 verbreitet.
In der Bibliothèque Nationale in Paris (Babelon 1897, Nr. 991) existiert eine beinah identische Frauenbüste mit denselben Maßen, die ebenfalls aus Hyazinth und vor allem auch als Büste, nicht nur als Kopf, ausgearbeitet ist. Babelon datierte das Exemplar erstaunlich früh, nämlich ins 14. Jahrhundert. Die Datierung ist bei diesen relativ einfachen glyptischen Arbeiten, deren Zusammenhang heute verloren ist, besonders schwierig und muß wie bei der gesamten Gruppe der Hyazintharbeiten zur Diskussion gestellt werden.

Stand: April 2006

Quellen
Inventar Völkel 1791, Tab. XXIII. 35: "Ein unbekanter Kopf. War zerbrochen und ist eingefaßt." ("Hyazinthfluß" mit Bleistift hinzugefügt)
Pretiosen-Inventar Völkel 1827 (B II), Inv.No. B II. 659
Inventar Pinder 1873 (B XVI), B. Tab. VI. 35: "Ein unbekannter Kopf, weiblich. Hyacinthfluß. gefaßt. / Jetzt Pret. V No. 659." ("Pretiosen", "Lücke" mit Bleistift hinzugefügt)
Preziosenliste Lenz 1881, Inv.No. V. 659

Literatur
unpubliziert

Vergleich
Babelon 1897, Nr. 991, Taf. 58; AK Paris 2000, Nr. 86/36


Es wird empfohlen, für den Online-Katalog der nachantiken Kameen folgende Zitierweise zu verwenden:
Heidi Schnackenburg-Praël, [entsprechende Inv.-Nr. bzw. Einleitungstext], in: Bestandskatalog der nachantiken Kameen in der Sammlung Angewandte Kunst der Staatlichen Museen Kassel, hrsg. von Michael Eissenhauer, bearb. von Heidi Schnackenburg-Praël, Online-Kataloge der Staatlichen Museen Kassel, Kassel 2006, <http://www.museum-kassel.de [Datum des Besuchs der Website]>

[ Quellen- und Literaturliste ] [ Zitierweise] [ Impressum]