Museumslandschaft Hessen Kassel

   
Katalog der nachantiken Kameen



  Nachantike Kameen>> Tablar III >> B XVI. Tab. B-III-36




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Weiblicher Kopf (Ceres?)

Inv.-Nr. B XVI. Tab. B-III-36
Künstler
unbekannt
Ort
Italien
Datierung
16. Jh.
Steinschnittart
Kamee
Material
Sardonyx
Materialbeschreibung
dreischichtig: oberste Schicht der Haar- und Gewandbehandlung dunkel- bis mittelbraun; Inkarnat gelblich-weiß; transluzide hellbeige Grundfläche, am oberen Rand dunkelbraune Partie; kräftige Reliefschicht und kräftige Grundplatte, deren Dicke sich nach unten vermindert

Bildseite stark, Rückseite schwach poliert; seitliches Kantenprofil des Reliefs nicht poliert
Form
Hochoval
Maße
3,13 x 2,12 x 0,81 cm
Beschriftung
Aufkleber, lose (Typ B): "I 36"
Provenienz
1753 Kunsthaus
Zustand
rechts größere längliche Randabsplitterung, unten Randausbruch, wohl überarbeitet und poliert, links in der Mitte winziger Randausbruch
K90169  Bild1
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Beschreibung und Einordnung
Die antik wirkende Kamee besticht durch die Ausgewogenheit der Farbabstimmung von dunklem Braun zum warmen hellen Ton des Inkarnats. Das weiche verschwimmende Profil verstärkt den Reiz. Der weibliche Kopf einer Römerin im Profil ist nach rechts, mit schmalem Gewandansatz und über den Hinterkopf gelegtem Schleier, der zum Rücken herabfällt, dargestellt. Das Haar ist wellig gesträhnt, darauf ein feingliedriger Ährenkranz, im Nacken wird durch den Schleier hindurch ein Haarknoten sichtbar.
Dieser sehr verbreitete Typus mit dem über das Hinterhaupt gelegten Schleier existiert in zahlreichen Variationen in der Eremitage in St. Petersburg (Neverow 1988, Nr. 92, 93), in der Wiener Kunstkammer (Eichler/Kris 1927, Nr. 35) und in anderen Sammlungen.
Völkel identifiziert die Dargestellte als "Mariniana, Valeriani Gemahlin", Pinder schränkt ein "angeblich Mariniana" wie bei der ähnlichen Kamee B XVI. Tab. B-III-35. Im Material und in der Antikisierung sind beide Kameen miteinander verwandt. Die Dargestellten haben jedoch einen unterschiedlichen Haarschmuck. Der feine Ährenkranz könnte bei dem hier besprochenen Exemplar ein Hinweis auf Ceres sein.
Eine Kamee mit demselben Frauentypus mit dem Ährenkranz im Haar besitzt das Archäologische Museum in Florenz (Tondo 1996, Nr. 172). Tondo bezeichnet die dort Dargestellte als "wohl Ceres" und datiert die Kamee ins 16. Jahrhundert (?). Das Kasseler Exemplar ist im Gesichtsprofil weniger exakt ausgearbeitet und erzielt damit einen malerischen Gesamteindruck.

Stand: April 2006

Quellen
Inventar Völkel 1791, Tab. I. 36: "Ebendieselbe (Mariniana, Valeriani Gem.). Sard."
Inventar Pinder 1873 (B XVI), B. Tab. III. 36: "Dieselbe angeblich (Mariniana). Sardonyx."
Inventar Pinder 1882-1897 (B V), Tab. I. 36: "Dieselbe? (Mariniana?) Sardonyx."

Literatur
unpubliziert

Vergleich
Eichler/Kris 1927, Nr. 35, Taf. 12; Neverov 1988, Nr. 92-93; Tondo 1996, S. 48, Nr. 172 u. S. 115


Es wird empfohlen, für den Online-Katalog der nachantiken Kameen folgende Zitierweise zu verwenden:
Heidi Schnackenburg-Praël, [entsprechende Inv.-Nr. bzw. Einleitungstext], in: Bestandskatalog der nachantiken Kameen in der Sammlung Angewandte Kunst der Staatlichen Museen Kassel, hrsg. von Michael Eissenhauer, bearb. von Heidi Schnackenburg-Praël, Online-Kataloge der Staatlichen Museen Kassel, Kassel 2006, <http://www.museum-kassel.de [Datum des Besuchs der Website]>

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