Museumslandschaft Hessen Kassel

   
Katalog der nachantiken Kameen



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Männlicher Kopf (Apostel Petrus?)

Inv.-Nr. B XVI. Tab. B-IV-39
Künstler
unbekannt
Ort
Deutschland
Datierung
um 1530
Steinschnittart
Kamee
Material
Chalcedonachat
Materialbeschreibung
weißes Relief auf transluzidem hellem Grund

rundum poliert
Form
Hochoval
Maße
1,52 x 1,17 x 0,83 cm
Beschriftung
rückseitig Aufkleber (Typ B): "II 35"
Provenienz
1753 Kunsthaus
Zustand
rechts unten größere Absplitterung, links in der Mitte kleinere Absplitterung, oben mehrere unauffällige muschelförmige Randabsplisse
K90221  Bild1
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Beschreibung und Einordnung
Der kleine Kameo ist in hohem Relief gearbeitet, der Kopf eines älteren Mannes mit Vollbart en face, leicht nach rechts gewendet tritt dadurch plastisch heraus. Der Reliefgrund ist vollständig verdeckt.
Der Dargestellte verkörpert einen bestimmten Typus mit breitem kahlem Schädel und einer Einzellocke auf der Stirn. Die Kinnpartie ist auffallend verkümmert. Um die Schultern ist ein schlichtes antikisierendes Gewand angedeutet. Es stellt sich die Frage, ob es sich um einen Charakterkopf handelt oder ob eine Darstellung des Apostels Petrus gemeint ist.
Ein verblüffendes Parallelstück in beinahe identischer Größe befindet sich in Wien im Kunsthistorischen Museum (Eichler/Kris 1927, Nr. 412). Der Gewandansatz, selbst Details wie die tuffartigen Baarthaare stimmen exakt überein, lediglich der Mund ist bei dem Wiener Stück geöffnet. Sicherlich muß von derselben Werkstatt ausgegangen werden. Möglicherweise handelt es sich hier um ein Gegenstück und beide Kameen dienten ursprünglich einem Pokal oder ähnlichem als Applikationselemente. Die starke Randbeschädigung bei dem Kasseler Kameo könnte ein Hinweis auf diese ehemalige Befestigung sein.
Eichler und Kris bestimmen die Wiener Kamee als "Deutsch, Ende 16. Jh." (Eichler/Kris 1927, Nr. 412), stilistisch müssen diese beiden Kameen jedoch in die 1. Hälfte des Jahrhunderts gesetzt werden.
In den Steininventaren von Völkel und Pinder wird von einer Silensfratze gesprochen, dabei muß es sich um eine Verwechslung handeln.

Stand: April 2006

Quellen
Inventar Völkel 1791, Tab. VII. 39: "Silenus. Or. Achat."
Inventar Pinder 1873 (B XVI), B. Tab. IV. 39: "Silensfratze. Achat."
Inventar Pinder 1882-1897 (B V), Tab. II. 35: "Silensfratze. Achat."

Literatur
unpubliziert

Vergleich
Eichler/Kris 1927, Nr. 412, Taf. 58


Es wird empfohlen, für den Online-Katalog der nachantiken Kameen folgende Zitierweise zu verwenden:
Heidi Schnackenburg-Praël, [entsprechende Inv.-Nr. bzw. Einleitungstext], in: Bestandskatalog der nachantiken Kameen in der Sammlung Angewandte Kunst der Staatlichen Museen Kassel, hrsg. von Michael Eissenhauer, bearb. von Heidi Schnackenburg-Praël, Online-Kataloge der Staatlichen Museen Kassel, Kassel 2006, <http://www.museum-kassel.de [Datum des Besuchs der Website]>

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