Museumslandschaft Hessen Kassel

   
Katalog der nachantiken Kameen



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Weibliches Brustbild

Inv.-Nr. B XVI. Tab. B-VII-55
Künstler
unbekannt
Ort
Italien oder Frankreich (?)
Datierung
Ende 16. Jh.
Steinschnittart
Kamee
Material
Chalcedonachat
Materialbeschreibung
weißes Relief auf transluzidem Grund

rundum poliert
Form
Hochoval, links begradigte Längsseite
Maße
1,76 x 1,28 x 0,33 cm
Beschriftung
Aufkleber, lose (Typ A): "19-18"
rückseitig Aufkleber (Typ B): "V 55"
Provenienz
1730 Nachlaß Landgraf Karl
Zustand
am linken Rand durch eine wahrscheinlich spätere Begradigung leichte Abreibungsspuren
K90038  Bild1
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Beschreibung und Einordnung
Von hervorragender Qualität eine kleine Chalcedonkamee in zierlicher und feiner Detailarbeit. Dargestellt ist das Brustbild eines jungen und anmutigen Mädchens im Profilbildnis nach links, in ärmellosem gefälteltem Chiton. Auffallend ist der überlängte Hals, das Haar ist an Stirn und Schläfe zu einem dicken Band zusammengerollt, auf dem Kopf ist es glatt und fällt in üppigen Korkenzieherlocken breit zum Rücken herab.
Die Darstellung geht auf ein vielfach verwendetes Vorbild zurück, das Wentzel als mittelalterlich "italienisch, 14./15. Jahrhundert" einordnet (Wentzel 1956, S. 258, Nr. 38). Er versteht darunter frühe antikisierende Kameen, die bereits "renaissancehaft" wirken. Weber vertritt eine gegensätzliche Ansicht (Weber 1992, Nr. 58) und hält die von ihm angeführten Vergleichsbeispiele in Neapel, Museo Nazionale (Inv.Nr. 932), Florenz, Palazzo Pitti (Inv.Nr. 38) und im Hessischen Landesmuseum in Kassel (Kamee an einer Deckelschale Nr. B II.589) nicht für Arbeiten des 14./15. Jahrhunderts, bestätigt jedoch das Zurückgehen auf ein gleiches antikes Vorbild. Sie erwähnt weitere typenverwandte Kameen aus Sammlungen in Wien, Paris und London mit verschiedenartigen Varianten (Weber 1992, Nr. 58).
Bei Wentzel (Wentzel 1956, Taf. D, Nr. 7 und 8) verkörpern die beiden abgebildeten weiblichen Brustbilder allerdings einen anderen Typ, nämlich denjenigen mit der entblößten Brust, im Gegensatz zu der bei Weber besprochenen Kamee und der erwähnten Kamee am Kasseler Gemmengefäß. Das Profilbildnis eines jungen Mädchens mit aufgelösten Haaren, das dicke Haarband, das feine Schleiergewand und die Anmutigkeit der dargestellten Person stimmen jedoch bei allen erwähnten Kameen überein.

Stand: April 2006

Quellen
Designationsliste (1730) 1753, Nr. 19: "Fünf Stücke von Onyx, worunter ein Kopf und andere Figuren. [Nachlaßinventar] 18."
Inventar Völkel 1791: "Tab. XXI. 55 Eine weibliche Büste. Achat. [Inventar Pinder 1873] B VII. 55"
Inventar Pinder 1873 (B XVI), Tab. VII. 55: "Weibliche Büste. Achat. [Vorgängerinventar] XXI 55"
Inventar Pinder 1882-1897 (B V), Tab. V. 55: "Weibl. Büste. Achat. [Vorgängerinventar] VII 55"

Literatur
Weber 1992, Nr. 58

Vergleich
Wentzel 1956, S. 258f., Nr. 38 u. S. 259, Nr. 164 u. S. 277, Taf. D, Nr. 7 u. 8; Wentzel 1957, S. 46 u. S. 50, Nr. 9, Abb. 15


Es wird empfohlen, für den Online-Katalog der nachantiken Kameen folgende Zitierweise zu verwenden:
Heidi Schnackenburg-Praël, [entsprechende Inv.-Nr. bzw. Einleitungstext], in: Bestandskatalog der nachantiken Kameen in der Sammlung Angewandte Kunst der Staatlichen Museen Kassel, hrsg. von Michael Eissenhauer, bearb. von Heidi Schnackenburg-Praël, Online-Kataloge der Staatlichen Museen Kassel, Kassel 2006, <http://www.museum-kassel.de [Datum des Besuchs der Website]>

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