Museumslandschaft Hessen Kassel

   
Katalog der nachantiken Kameen



  Nachantike Kameen>> Tablar I >> B XVI. Tab. B-I-8




1. Tablar I

2. Tablar II

3. Tablar III

4. Tablar IV

5. Tablar V

6. Tablar VI

7. Tablar VII

 

 

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 B XVI. Tab. B-I-8 Bild
LupeDetailansicht

<<_zurück     8/20   weiter_>>

[Druckansicht]


Athena oder Alexander der Große (König der Makedonen 336-323 v. Chr.)

Inv.-Nr. B XVI. Tab. B-I-8
Künstler
Kasseler Hofwerkstatt
Ort
Kassel
Datierung
Ende 17. Jh.
Steinschnittart
Kamee
Material
Chalcedon
Materialbeschreibung
hellbraun; auf der Rückseite in der Mitte kristalline hellgraue Drusenbildung

abgesehen von dem matt behandelten Inkarnat alles poliert
Form
Hochoval
Maße
5,23 x 4,71 x 1,55 cm
Beschriftung
rückseitig Aufkleber (Typ D): "120"
Provenienz
1730 wohl Nachlaß Landgraf Karl
Zustand
am Rand rechts oben flache Ausbruchstelle
K90141  Bild1
LupeDetailansicht



Beschreibung und Einordnung
Kopf der Göttin Pallas Athena mit maskulin harten Zügen im strengen Rechtsprofil. Auf ihrem langen und strähnigen Haar sitzt der Helm, verziert mit einem Kentaur und langem Helmbusch. Die unbekleidete Halspartie schließt in geschwungener Form ab.
Im 17. Jahrhundert war die seit dem 16. Jahrhundert zu beobachtende Verwechslung der behelmten Athena mit Alexander dem Großen weit verbreitet. Bei dieser Kamee läßt es sich wie vielfach nicht endgültig klären, ob möglicherweise Alexander gemeint war. Der strenge, etwas männlich wirkende Typus spricht für eine Alexanderdarstellung. Das Inkarnat ist matt bearbeitet, im Kontrast dazu sind die übrigen Teile poliert und dadurch glänzend. Diese akzentuierte Unterscheidung von matten und polierten Teilen ist ein charakteristisches Merkmal der hessischen Hofkünstler am Ende des 17. Jahrhunderts. Möglicherweise gehört diese Kamee wie mehrere andere Steinschnitte dieses goldenen Tabletts zu einer größeren Gruppe, die Landgraf Karl zur Dekoration eines "Ehrentempels en miniature" seiner Hofwerkstatt in Auftrag gegeben hatte. Dies würde die relativ schlichte Ausführung ohne viele Details, konzipiert auf Fernwirkung, erklären.
Der Typus mit dem geschwungenen Brustabschluß läßt an Vorbilder aus der Münzprägung denken.

Stand: April 2006

Quellen
Inventar Völkel 1791, Tab. XXIV. 8: "Kopf der Pallas. Achat."
Inventar Pinder 1873 (B XVI), B. Tab. I. 8: "Kopf der Pallas. Achat Chalc."
Preziosenliste Lenz 1881, Inv.No. IV. 120

Literatur
unpubliziert

Vergleich
Weber 1992, Nr. 239, S. 188; Kraft 1965, S. 7-32


Es wird empfohlen, für den Online-Katalog der nachantiken Kameen folgende Zitierweise zu verwenden:
Heidi Schnackenburg-Praël, [entsprechende Inv.-Nr. bzw. Einleitungstext], in: Bestandskatalog der nachantiken Kameen in der Sammlung Angewandte Kunst der Staatlichen Museen Kassel, hrsg. von Michael Eissenhauer, bearb. von Heidi Schnackenburg-Praël, Online-Kataloge der Staatlichen Museen Kassel, Kassel 2006, <http://www.museum-kassel.de [Datum des Besuchs der Website]>

[ Quellen- und Literaturliste ] [ Zitierweise] [ Impressum]